Survival has become so normal for me, I've forgotten how to actually live.
A constant routine of managing my fears, the symptoms of both my chronic and mental illnesses, uncertainties, tomorrows,...
I became the admin of my life but ended up never really participating in it.
The strange thing about survival is that, if you do it long enough, it stops feeling like a temporary state. It quietly becomes your normal. You stop asking yourself whether you're living at all because all of your energy goes into making it through another day.
You become incredibly good at managing life. Just not very good at experiencing it.
Over the last few weeks I have been writing this "(be)coming home" series here, trying to understand who I am today. It started as part of healing from emotional abuse, but somewhere along the lines it became something a lot bigger: every post slowly turned my attention back towards myself. The parts of me that I learned to hide, the parts that adapted, the parts that quietly waited to show themselves until it finally felt safe to exist again.
And while putting those pieces together, I noticed something I hadn't realized until now:
Survival had taken the driver's seat.
I had handed it the wheel years ago because it knew how to keep me safe.
I had just never told it where we're going.
So we kept driving. Not towards a destination.
Just away from danger.
Until now, when I realized that avoiding life is not getting me anywhere.
And that's when I finally stopped.
Not because everything is suddenly okay. It's because for the first time in a very long time, I finally want to choose a direction instead of an escape route.
So now, after asking myself "Who am I?", then "How do I support this person?", then "Where do I belong (already)?", my next question is:
"how do i actually start living?"
And you know what? I've already been doing it.
Picking up blogging again was one of the very first steps. Writing again and taking my time to actually focus on myself revealed so many things. It didn't just help me heal and understand stuff that's happened and myself - it helped me build a vision of the future I want for myself.
I came back to something I had left behind me out of fear and trauma - coding. I finished an app I had started in 2022 which was supposed to help me with a classic ADHD problem: "out of sight, out of mind" but back then I just didn't have it in me anymore to fight for something that I had wanted so much but ended up connected to the feeling of failure, frustration and sadness. Today, I've built another app from scratch.
I'm building plans, routines, systems that support me and help my life actually feel like mine. I'm spending time with friends, people who like me for who I am and who don't drain my social battery because I feel like I have to perform. I am actively choosing a slow life, not passively holding back because I'm too scared of getting hurt in the process of surviving. I am finally accepting that I don't fit in this societal ideal because it makes me physically and mentally sick, so I am not bowing down to performance-based value - and I am not going to apologize for it.
I didn't wake up and decided that everything would be different. It slowly and quietly happened during those last weeks when I chose to sit down and work through my pain, my feeling of being lost, my questions of who I am and why those bad things keep happening to me over and over again while believing I wasn't in control, when in reality I kept handing that control to other people.
I started making small changes, one at a time. Small decisions. Small realizations.
Participation doesn't begin with a completely different life.
It begins with saying yes to this one.
And so I did.
Participating in life doesn't look exciting or groundbreaking.
Sometimes, it looks like writing a blog post. Sometimes, it's meal planning or building an app that makes cleaning your home easier. Other times it's accepting help instead of struggling alone, trying a hobby, hanging out with a friend, leaving the house. Or staying at home - not because fear made that decision for you but because it's what you genuinely need.
Participating means stopping to stand at the edges of my life and stepping into it instead.
Not perfectly. Not fearlessly.
Just willingly.
And maybe that's what living was all along.
Überleben ist für mich so normal geworden, dass ich vergessen habe, wie man wirklich lebt.
Eine konstante Routine, in der ich meine Ängste manage, die Symptome meiner chronischen und psychischen Krankheiten, Unsicherheiten, Morgen,...
Ich bin zur Administratorin meines Lebens geworden, aber hab' am Ende irgendwie gar nicht richtig daran teilgenommen.
Das komische Ding am Überleben ist, dass es, wenn man es lange genug macht, aufhört, sich wie ein vorübergehender Zustand anzufühlen. Still und leise wird es zur Normalität. Man hört auf, sich zu fragen, ob man überhaupt lebt, weil sämtliche Energie dafür draufgeht, es durch einen weiteren Tag zu schaffen.
Man wird richtig gut darin, das Leben zu verwalten. Nur leider nicht so gut darin, es zu erleben.
Die letzten Wochen über hab' ich diese "(be)coming home"-Serie hier geschrieben, um zu verstehen, wer ich heute bin. Das begann als Teil der Heilung von emotionalem Missbrauch, aber irgendwie ist es auf dem Weg etwas viel Größeres geworden: jeder Post hat langsam meine Aufmerksamkeit zurück auf mich selbst gelenkt. Die Teile von mir, die gelernt hatten, sich zu verstecken. Die Teile, die sich angepasst hatten. Die Teile, die ruhig darauf gewartet haben, sich zu zeigen, wenn es sich endlich wieder sicher anfühlt zu existieren.
Und während ich diese Teile wieder zusammengefügt hab', ist mir etwas aufgefallen, das ich bis jetzt gar nicht verstanden hatte:
Das Überleben saß am Steuer.
Ich hatte ihm das Lenkrad vor vielen Jahren übergeben, weil es wusste, wie es mich schützen konnte.
Ich hatte ihm nur nie gesagt, wohin wir fahren.
Also sind wir einfach weitergefahren. Nicht auf ein Ziel zu.
Einfach nur weg von der Gefahr.
Bis jetzt, als ich gemerkt hab', dass es mich nirgendwo hin bringt, wenn ich das Leben einfach vermeide.
Und da hab' ich endlich angehalten.
Nicht, weil auf einmal alles okay ist. Sondern weil ich zum ersten Mal seit langer Zeit anstelle eines Fluchtwegs die Route bestimmen möchte.
Nachdem ich mich erst "Wer bin ich?", dann "Wie unterstütze ich diese Person?" und dann "Wo gehöre ich (bereits) dazu?" gefragt hab', ist meine nächste Frage:
"wie fange ich eigentlich an zu leben?"
Und wisst ihr was? Ich mach' das schon längst.
Wieder mit dem Bloggen anzufangen war einer der ersten Schritte. Schreiben und mir die Zeit zu nehmen, mich tatsächlich auf mich selbst zu fokussieren, hat so vieles offenbart. Es hat mir nicht nur dabei geholfen zu heilen oder Dinge, die passiert sind, und mich zu verstehen - es hat mir geholfen, eine Vision der Zukunft aufzubauen, die ich mir für mich wünsche.
Ich hab' auch wieder etwas angepackt, das ich aus Angst und Trauma hinter mir gelassen hatte - Coden. Ich hab' eine App fertig gebaut, die ich 2022 angefangen hatte. Diese sollte mir mit einem klassischen ADHS-Problem helfen: "Aus den Augen, aus dem Sinn", aber damals hatte ich einfach keine Kraft mehr dafür, für etwas zu kämpfen, das ich so sehr gewollt hatte, aber das am Ende mit dem Gefühl von Versagen, Frustration und Trauer verbunden war. Mittlerweile hab' ich sogar eine zweite App von Grund auf geschrieben.
Ich arbeite an Plänen, Routinen, Systemen, die mich unterstützen und dabei helfen, dass sich mein Leben tatsächlich wie meins anfühlt. Ich verbringe Zeit mit Freund*innen, Menschen, die mich so mögen, wie ich bin, und die meine soziale Batterie nicht aufbrauchen, weil ich das Gefühl hab', performen zu müssen. Ich entscheide mich aktiv für ein langsames Leben statt mich passiv zurückzuhalten, weil ich zu viel Angst davor hab', mich beim Überleben zu verletzen. Ich akzeptiere endlich, dass ich nicht in dieses gesellschaftliche Ideal passe, weil es mich physisch und psychisch krank macht - also beuge ich mich nicht diesem leistungsbasierten Wertesystem und ich werde mich auch nicht dafür entschuldigen.
Ich bin nicht aufgewacht und hab' beschlossen, dass jetzt alles anders sein wird. Heimlich, still und leise ist das die letzten Wochen über passiert, während ich mich hingesetzt hab' und bewusst durch meinen Schmerz gearbeitet hab', durch mein Gefühl des Verlorenseins, meine Fragen, wer ich bin und warum mir diese schlechten Dinge immer und immer wieder passieren, während ich davon überzeugt war, dass ich nicht die Kontrolle hatte, obwohl ich sie in Wirklichkeit immer wieder nur anderen Menschen übergeben hab'.
Ich hab' damit angefangen, kleine Veränderungen vorzunehmen, eine nach der anderen. Kleine Entscheidungen. Kleine Erkenntnisse.
Am Leben teilzunehmen fängt nicht mit einem komplett neuen Leben an.
Es beginnt damit, Ja zu diesem zu sagen.
Also hab' ich das gemacht.
Am Leben teilzunehmen sieht nicht aufregend oder bahnbrechend aus.
Manchmal sieht es aus wie das Schreiben eines Blogposts. Manchmal ist es das Planen einer Mahlzeit oder das Bauen einer App, die das Zuhause aufräumen leichter macht. Ein anderes Mal ist es das Akzeptieren von Hilfe, anstatt alleine zu kämpfen. Ein Hobby ausprobieren, mit einer Freundin abhängen, das Haus verlassen. Oder zu Hause bleiben - nicht, weil die Angst diese Entscheidung für dich getroffen hat, sondern weil du es wirklich brauchst.
Teilnehmen bedeutet aufzuhören, am Rand meines Lebens zu stehen, und stattdessen einzutreten.
Nicht perfekt. Nicht ohne Angst.
Einfach nur willentlich.
Und vielleicht ist das genau das, was Leben ist.
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